Im ersten Teil des Wolfsgeheul schildert Malte Golz, BFDler seit dem vergangenem Jahr, seine Erfahrungen mit dem TC Freisenbruch und was er als Nicht-Essener so beeindruckend am Kreisligisten findet.
Hallo Malte, du bist seit vergangenem September einer von zwei Bundesfreiwilligendienstlern beim TC Freisenbruch. Wie kamst du damals zum Club?
Nach meinem Abitur habe ich mich dazu entschieden, nicht direkt zu studieren, sondern vorher ein freiwilliges soziales Jahr zu machen. Im besten Falle sollte es etwas mit Sport zu tun haben und so habe ich mich nach freien Stellen in der Region umgeschaut. Leider war die Auswahl nicht besonders groß und ich habe etwas gesucht, was gut zu meinen Interessen passt. Ich komme aus Ratingen und daher ist es schon ein bisschen ungewöhnlich, dass ich schlussendlich bei einem Essener Fußballklub gelandet bin. Aber das Profil des TC Freisenbruch sagte mir am ehesten zu.
Du sprachst gerade vom Profil deiner Stelle beim Verein. Was sind denn deine Aufgaben beim TC?
Mein Aufgabenbereich ist unheimlich vielfältig. Es geht von der Übungsleitertätigkeit in Kindergärten, Grundschulen und Fußballmannschaften über die Organisation verschiedener Projekte in der Vereinsarbeit bis hin zur Betreuung der öffentlichen Kanäle. Das besondere an unserer Arbeit ist, dass wir ein großes Maß an Selbstbestimmung haben. Das erfordert natürlich eine gewisse Verantwortung, aber macht unheimlich Spaß, da man sich richtig integriert und als Teil des Gesamtprojektes fühlt. So können wir unsere eigenen Ideen einbringen und werden trotz des jungen Alters und der vermeintlichen Unerfahrenheit ernst genommen. Das ist, so denke ich, der Vorteil gegenüber größeren Klubs, bei denen engagierte Menschen Gefahr laufen, in dem Gesamtkonstrukt unterzugehen.
Was gefällt dir am Verein?
Der Verein hat viel Fortschrittliches, was andere Vereine nicht haben. Es ist ein Traditionsverein, der sich zu den Wurzeln bekennt und sich auch abseits des Platzes für die Menschen hier im Stadtteil engagiert. So gibt es zum Beispiel auch eine Hausaufgabenbetreuung im Bergmannsbusch und bei Aktionen wie dem SauberZauber war und wird der TC Freisenbruch auch in Zukunft dabei sein. Andererseits ist der TC Freisenbruch wie eine Familie. Es gibt nicht die Riesen-Nachwuchsabteilung und auch der sportliche Erfolg war bisher immer so mittelmäßig. (Immerhin könnten wir in dieser Saison mit den Futsalern aufsteigen.) Trotzdem sind alle hier sehr offen und supernett. Jeder kennt hier jeden und egal ob jung oder alt, alle packen mit an, weil auch alle hier das gefühl haben, dass wirklich etwas bewegt werden kann Und es hat mich persönlich sehr beeindruckt, wie der TCF gegen alle möglichen Widerstände ankämpft. 1902 gegründet und seitdem nie fusioniert oder aufgelöst. Das ist eine Bilanz, die sich in der bunten Essener Vereinslandschaft, speziell im Fußball, sehr gut liest.
Hier geht es nächstes Woche zu Teil zwei.
