Schiedsrichter Fynn Tonscheidt über seine Wurzeln beim TC Freisenbruch, seine Idee, Schiedrichter zu werden und wie er einmal den deutschen Vizemeister pfiff.
Hallo Fynn, wie bist du damals zum TC Freisenbruch gekommen?
Ich bin damals als ungefähr 10 jähriger Junge über einen Freund aus der Grundschule zum TC Freisenbruch gekommen, damals natürlich noch als Jugendspieler. Zwischendurch war ich noch in Steele und bin vor ein paar Jahren wieder zum TCF zurückgekehrt, damals über den SR-Betreuer Kai Gohlke, der mich kontaktiert hatte.
Irgendwann bist du auf die Idee gekommen, Schiedsrichter zu werden. Wie kam es dazu?
Ich war damals als Spieler oft so, dass ich über Schiedsrichter gemeckert habe. Dann habe ich mir gedacht, dass ich es besser machen muss und bin seit mittlerweile über neun Jahren Schiedsrichter, habe also mit 13 damals angefangen. Ich würde allerdings im Nachhinein auch sagen, dass es die richtige Entscheidung war, da ich als Spieler vermutlich nie so hoch gespielt hätte, wie ich mittlerweile pfeife. Da waren meine fußballerischen Qualitäten doch eher begrenzt. (lacht)
Jeder Schiedsrichter hat bestimmt auch ein besonderes Spiel, an das er sich gerne erinnert. Welches ist es bei dir?
Mein Highlight war auf jeden Fall das Freundschaftsspiel zwischen ETB und Schalke 04 mit der kompletten Profimannschaft von Schalke, die damals noch Vizemeister waren. Ich war damals noch 18 und war Tage vorher schon total aufgeregt und werde das Spiel vor 5.000-6.000 Zuschauern wohl auch nie vergessen.
Als Schiedsrichter kommt es auch vor, dass man oft für eine Mannschaft der Sündenbock ist. Wie gehst du damit um?
Ich versuche die Worte, die man so an den Kopf geworfen bekommt nicht zu persönlich zu nehmen. Beim Fußball sind auch immer Emotionen mit im Spiel, das ist auch gut so. Allerdings macht niemand alles richtig und so versuche ich’s auch den Spielern zu erklären, dass niemand fehlerfrei ist. Vor allem, wenn man alleine auf dem Platz steht ohne Assistenten, ist alles noch viel schwieriger zu beurteilen.
Im Spiel selbst sollte jeder Schiedsrichter eine Linie haben, was Entscheidungen angeht. Was entspricht deiner Linie eher: Englische Härte oder Deutsche Strenge?
Sowohl als auch. Es kommt immer auf das Spiel an, wie es sich entwickelt, wie die Grundvoraussetzungen sind und wie die Stimmung auf dem Platz ist, da spielen viele Faktoren mit ein. Den Spielcharakter kann man oft schon in den ersten Minuten erkennen und entsprechend in die Richtung lenken, damit es nicht zu aggressiv wird. Wenn die Zweikämpfe immer härter werden, versuche ich die Leine schon etwas kürzer zu halten und nicht immer weiter treten zu lassen, damit es nicht völlig ausartet und sich natürlich auch niemand verletzt, denn es ist für uns alle noch ein Hobby, bei dem alle Spaß haben sollen, denn alle möchten Sonntag Abend lieber bei ihren Familien sein, als im Krankenhaus.
Vielleicht zum Abschluss ein kurzer Blick in die Zukunft. Welche Ambitionen hast du noch in deiner Schiedsrichterlaufbahn?
Natürlich versucht man als Schiedrichter immer so weit wie möglich nach oben zu kommen, das ist auch mein Ziel. Zwar zähle ich mit 22 nicht mehr zu den Jüngsten, aber wenn sich noch die Chance ergibt, versuche ich diese natürlich zu nutzen.
