Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Portugal ist Weltmeister! In einem hochkarätigen Finale setzte sich der Favorit von der iberischen Halbinsel mit 2:1 gegen Argentinien durch und wird zum ersten Mal in der Geschichte Weltmeister. Ob Sie es glauben oder nicht, dieses Spiel hat tatsächlich so stattgefunden. Und zwar nicht vor Jahrzehnten, sondern erst vor einem Monat. Die Stars auf dem Feld waren auch nicht Cristiano Ronaldo und Lionel Messi, sondern trugen die Namen Ricardinho und Nicolas Sarmiento.
Sicherlich dürften nun ein paar offene Fragen aufkommen: Was habe ich verpasst? Wer sind diese Spieler? Hat das überhaupt etwas mit Fußball zu tun? Um die letzte Frage zu beantworten, ja, das hat es schon. Die Rede ist nämlich vom Futsal, einer Variante des Hallenfußballs. Grundsätzlich ist die Spielidee dieselbe: Zwei Mannschaften rennen einem Ball hinterher, der mit dem Fuß ins Tor befördert werden muss. Danach klaffen aber schon die ersten Unterschiede auf. Gespielt wird auf einem Handballfeld über eine Länge von zwei Mal 20 Minuten. Die Teams bestehen aus vier Feldspielern plus Torwart. Es darf zudem beliebig gewechselt werden und Fouls werden wie beim Basketball zu Mannschaftsfouls addiert. Im Futsal sollten daher Fouls vermieden werden, weil alle Freistöße direkt ausgeführt werden dürfen und weitere Vergehen mit Zehnmetern bestraft werden
In Deutschland ist die aus Südamerika stammende Sportart noch längst nicht so populär, obwohl sie im Vergleich zum klassischen Fußball durchaus torreicher und spektakulärer ist, da es mehr Torraumszenen gibt. Auch der TC Freisenbruch folgte 2020 dem Trend und gründete zwei Futsalmannschaften, von denen die Herren in der Landesliga und die Frauen in der Regionalliga West spielen. Seit dieser Saison gibt es auch eine U19, wo bereits einige unserer Talente zu Sichtungsturnieren vom DFB eingeladen wurden. Generell ist aber der Futsal-Ligabetrieb noch in der Findungsphase. Erst seit diesem Jahr finden Spiele in der neuen Futsal-Bundesliga statt und im internationalen Vergleich hinkt die deutsche Nationalmannschaft mit Platz 63 in der Weltrangliste zwischen El Salvador und der Mosambik noch hinterher. Zum Vergleich: England, bekanntlich Mutterland des Fußballs, liegt auf Platz 60 und der Fußballweltranglistenerste Belgien auf Platz 31.
Im Futsal ist noch viel Potential vorhanden und wir können uns von den Südamerikanern und Portugiesen einiges abschauen, damit in Zukunft große Turniere, wie das in diesem Jahr in Litauen, zumindest nicht mehr ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Schließlich kann auch der herkömmliche Fußball davon profitieren. Denn auch Neymar Jr und Cristiano Ronaldo haben mal in der Halle angefangen.
Wer nun also Lust bekommen hat, Futsal mal live zu verfolgen, kann am 27.11. zum nächsten Heimspiel des TCF gegen TV Gut Heil Herbeck kommen. Die Frauen haben ihr erstes Heimspiel am 11.12. gegen Paderborn.
