Es war ein dezemberlicher Samstag von der unangenehmen nasskalten Sorte, als die Jungreporter des TC Freisenbruch am Stadion Niederrhein in Oberhausen eintrafen. Drei Stunden vor Anpfiff und somit noch vor Öffnung der Stadiontore trafen sie sich mit Thorsten Sterna, dem Presse- und Stadionsprecher von Rot-Weiß Oberhausen, um mal hinter die Kulissen des Regionalligisten zu blicken. Dementsprechend leer waren die Zuschauerränge und trotzdem tüftelten die Mitarbeiter bereits an Kameras, Mikrofonen und der digitalen Anzeigetafel. Schließlich soll ja alles perfekt vorbereitet sein, wenn die ersten Fans eintreffen.
Thorsten Sterna, seit 2019 Leiter Medien & Kommunikation beim Traditionsclub, ist sich auch nicht zu schade, selbst mitanzupacken. Egal ob bei der Spieltagsvorschau auf der eigenen Homepage oder bei der Feinarbeit an den digitalen Werbebanden. Den großen Aufwand fand auch Jungreporterin Beverly Schüpp sehr beeindruckend: „Der gesamte Aufbau hinter einem solchen Heimspiel und die vielseitigen Aufgaben des Pressesprechers sind sehr interessant.“ Grund dafür könnte auch das vereinsinterne Livestream-Angebot sein. Das ist in der vierten Liga nicht unüblich, da im Gegensatz zu den Profiligen die TV-Rechte zurück an die Vereine gewandert sind. Nur so schaffen sie es, in Zeiten der Corona-Pandemie die teilweisen Ausfälle bei den Einnahmen zu kompensieren.
„Als Verein muss man dabei auch kreativ werden.“, so Sterna und in puncto Öffentlichkeitsarbeit fügt er hinzu: „Alles hat eine Geschichte zu erzählen und wenn es nur der Trainerstuhl ist, der im letzten Spiel umgefallen ist.“ Dann wechselt er langsam aber sicher in die Rolle des Stadionsprechers und stimmt seinen Ablaufplan nochmal ab. Zuschauerzahl, Spieltagsgrüße und Mannschaftsaufstellungen sind wie immer dabei. Neu ist allerdings, dass er nach der Sperrung der Stehplätze zur gegenüberliegenden Stehtribüne muss, um mit den Heimfans zu interagieren. Auch für ihn erstmal eine kleine Umstellung, wie er später berichtet.
Im Spiel selbst hört der Job des Stadionsprechers noch nicht auf. Immer am Ball bleiben lautet da das Credo: Und dieses Mal muss er bereits in der 8. Minute bei dem verletzungsbedingten Wechsel von Fabian Holthaus ran. Genesungswünsche, Ankündigung des neuen Spielers, Antwort der Zuschauer. Bei Rot-Weiß Oberhausen ist alles aufeinander abgestimmt, wie auch beim 1:0 deutlich zu erkennen war: „Tor durch unsere Nummer sieben, Anton…“ „Heinz!“, schallte es von den Rängen zurück. Und dann nochmal: „Anton…“ „Heinz!“ „Anton…“ „Heinz!“ „Neuer Spielstand: RWO…“ „Eins!“ „Bonner SC…“ „Null!“
In der zweiten Halbzeit bekam Sterna bei den ganzen Wechseln und Toren mehr zu tun. Schließlich endete die Partie mit einem 3:1-Heimsieg und alle, die zu den Männern in Rot-Weiß hielten waren bestens gelaunt. Dementsprechend leicht fielen auch die Abläufe nach Ende des Spiels: Verabschiedung der angereisten Fans, Abbau und dann zwischendurch die Pressekonferenz, die am Vereinsgelände auf der anderen Straßenseite stattfand. „Es war schon ein cooles Erlebnis, so etwas hautnah erleben zu dürfen.“, meinte auch Malte Golz, Leiter des Jungreporter-Projekts, „Wenn dann auf einmal gestandene Profis sich von dir verabschieden, muss man sich schon erstmal zwicken, um zu glauben, dass das wirklich passiert ist.“
Nachdem im Stadion die Lichter ausgeschaltet wurden, war auch für Thorsten Sterna der lange Arbeitstag beendet. Im Vereinsheim plaudert man nun mit Fans und Mannschaft und lässt den Abend gemeinsam ausklingen. Rückblickend war es ein unheimlich spannender Tag, bei dem man auch über das nasskalte Dezemberwetter hinwegsehen konnte.
