Wolfsgeheul mit Wayne Omollo

Von Kapstadt ins Freisenbrucher Wolfsrevier – Interview mit Wayne Omollo, unserem neuen Nachwuchstrainer.

Hey Wayne, herzlich willkommen in Freisenbruch. Wie wurdest du von der Mannschaft aufgenommen?

Ganz einfach gesagt, ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Von meinen Trainerkollegen, den Jungs, mit denen ich arbeite und sogar ihren Eltern – der Geist des TC Freisenbruch ist wirklich spürbar.

Es gibt nicht mehr viele Menschen, die auf uns als Verein zukommen und fragen, wo sie helfen können. Warum hast du dich für eine Jugendmannschaft in Freisenbruch entschieden?

Im Jahr 2021 war ein Freund von mir Trainer bei einem lokalen Jugendfußballverein. Da wir uns nahe standen, begleitete ich ihn zu den meisten Trainingseinheiten und sogar zu den Spieltagen. Das weckte natürlich auch in mir die Leidenschaft als Trainer für diesen Sport. Jetzt habe ich etwas mehr Zeit und denke mir: „Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.“

Du bist geboren in Nairobi, hast lange Zeit in Kapstadt gelebt und wohnst jetzt in Essen. Was machst du hier im Ruhrpott?

Das jahrhundertealte Klischee „Ich bin aus Liebe hier“ trifft auch heute noch zu. Meine Frau und ich haben im April letzten Jahres geheiratet und sind danach nach Essen gezogen. Als Deutsche, die in Unna aufgewachsen ist, ist sie mit dem Ruhrgebiet bestens vertraut. Ich hingegen entdecke das Leben in Deutschland und in Essen noch immer Tag für Tag neu und gewöhne mich daran.

Wie sind deine fußballerischen Erfahrungen in Afrika? Hast du dort selbst gespielt?

Fußball in Afrika ist ausdrucksstark. In jeder Hinsicht hat er sein eigenes Flair, seinen eigenen Geschmack und eine andere Art von Intensität. Wie man sich vorstellen kann, gibt es bei einer solchen Kombination nur sehr selten langweilige Spiele. Natürlich habe ich dort auch selbst gespielt. Als Fußballliebhaber halte ich es für ungerecht, nur Zuschauer zu bleiben. Wie bereits erwähnt, begann dort auch mein Engagement als Trainer.

Wo siehst du die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beim Freizeitfußball in Afrika und in Deutschland?

Einer der größten Unterschiede ist sicherlich die Verfügbarkeit von Einrichtungen. In Deutschland muss man kein Vermögen bezahlen, um einen guten Platz zum Freizeitfußballspielen zu finden. Es gibt zwar kostenpflichtige Optionen, aber auch viele öffentliche Fußballplätze, die kostenlos genutzt werden können. Dies steht in starkem Kontrast zu den meisten Ländern Afrikas, wo Freizeitfußball meist auf sehr unebenem Gelände gespielt wird.

Ein weiterer Unterschied ist die Organisation. Was Freizeitfußball angeht, finde ich Deutschland sehr gut organisiert. Ich habe schon erlebt, dass ich mich an einige Gruppen gewandt habe, die auf einem kostenlosen Platz Freizeitfußball gespielt haben, und gefragt habe, ob ich mitspielen darf, was abgelehnt wurde. In Afrika ist es fast normal, zum Platz zu gehen, und wenn dort eine Gruppe spielt, wird man wahrscheinlich eingeladen und muss gar nicht erst fragen, ob man mitspielen darf.

Eine große Gemeinsamkeit ist sicherlich die Liebe zum Spiel. Die Leidenschaft und Liebe zum Spiel ist universell und unbestreitbar. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Fußballidentität. Auch Deutschland hat seinen eigenen Fußballstil und sein eigenes Flair, das zwar anders, aber dennoch sehr präsent ist.

Wo siehst du deine jetzige Mannschaft (E1) in einem Jahr bzw. was möchtest du erreichen?

In einem Jahr sehe ich meine Mannschaft mit viel reiferen Fußballern, die mehr Spaß am Spiel haben als je zuvor und hoffentlich auch Spiele gewinnen. Ich möchte der Gruppe Zusammenhalt, Disziplin auf und neben dem Platz und Respekt für alle vermitteln, und vor allem möchte ich so viele Trophäen wie möglich gewinnen!

Zum Schluss noch eine Frage: von welchem Verein bist du Fan und warum?

Ich bin Arsenal-Fan. Das erklärt sich eigentlich von selbst, wenn man sich das heutige Arsenal ansieht. Bei mir ist das allerdings nicht der Fall, denn ich bin erst nach der 2:8-Niederlage gegen Manchester United Arsenal-Fan geworden. Mein Vater ist Arsenal-Fan und kam an diesem Tag ziemlich niedergeschlagen nach Hause. Aus Mitleid mit ihm erklärte ich, dass ich auch Arsenal-Fan sei, in der Hoffnung, ihn aufzumuntern, und bis heute habe ich es nie bereut!

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