Der Pressesprecher der Ehrenamt Agentur e.V. blickt kurz vor dem 17. SauberZauber auf die Entwicklung der stadtweiten Aktion und erklärt die Bedeutung des Ehrenamts über die Projekte hinaus.
Hallo Herr Rathmann, wie ist die Aktion SauberZauber in Essen entstanden?
Die Idee zur städtischen Aktion „SauberZauber“ wurde in der Essener Verwaltung geboren und hat sich zu einem festen Termin tausender Engagierter entwickelt. Im ersten Jahr folgten rund 8.000 Menschen dem Aufruf der Organisatoren. Seitdem verzeichnen die Stadt Essen, die Ehrenamt Agentur Essen e. V. und die Entsorgungsbetriebe Essen GmbH konstant steigende Zahlen. Mit den Engagierten erweiterte sich auch der Sponsoren- und Unterstützerkreis. Im Jahr 2017 erfand sich die Aktion neu. Das „pico bello“ und die zwei Maskottchen entfielen, Prozesse wurden optimiert, digitalisiert und das Design modernisiert. Aber die „SauberZauber“-Grundidee ist beständig: „Gemeinsam für eine saubere Stadt.“
Warum ist diese Aktion von großer Bedeutung und erreicht regelmäßig tausende Menschen?
Der SauberZauber ist eine generationenübergreifende Tradition in Essen geworden. Wir wollen Bewusstsein schaffen und Engagement fördern. Die Menschen übernehmen Verantwortung und werden für das Thema Sauberkeit sensibilisiert. Rund 80 Prozent der Teilnehmer:innen sind unter 18 Jahren alt. Schulen und Kitas haben „SauberZauber“-Aktionen fest in ihrem Jahresplan integriert. So wird positives Umweltverhalten von der Kita an gefördert. Die steigenden Anmeldezahlen von zuletzt 25.500 Engagierten zeigen, dass die Essenerinnen und Essener hoch engagiert sind und ihren Beitrag für einen sauberen Stadtteil leisten möchten.
Welche Rolle nimmt die Ehrenamt Agentur Essen dabei ein?
Wir sehen uns als Möglichmacher und Mittler. Die Ehrenamt Agentur Essen e. V. koordiniert die Aktion seit 2012 federführend im Auftrag der Stadt Essen. Bei uns laufen alle Fäden zusammen. Wir werben um Beteiligung, nehmen Anmeldungen an und organisieren mit unseren Logistikpartnern von EBE und Jugendberufshilfe Essen die Liefer- und Entsorgungsprozesse. Besonders freut uns, dass wir die Teilnehmer:innenzahlen von Jahr zu Jahr erhöhen konnten. Großen Anteil am Gelingen hat dabei die Digitalisierung des gesamten Anmeldeprozesses. Ebenfalls haben wir die Anerkennungskultur gestärkt und gute Beziehungen zu einem treuen Sponsorenkreis aufgebaut, die mit Preisen für unsere jährliche Preisverleihung unterstützen.
Wie groß ist die Bedeutung des Ehrenamts in kleinen (Sport)-Vereinen über derartige Projekte hinaus?
Der Sport ist weiterhin der größte Engagementbereich, in dem sich Tag für Tag viele Menschen ehrenamtlich für die Gemeinschaft einsetzen. Ohne das tatkräftige, kreative und starke Engagement der Essenerinnen und Essener nach Feierabend wäre unsere diverse und lebendige Sportkultur in der Stadt unmöglich. Dabei leben die Menschen ihren Eigensinn und verwirklichen ihre Vorstellung von Demokratie, Gemeinschaft, Solidarität und Zusammenhalt. Denn in Sportvereinen wird viel für die Inklusion, Gesundheitsförderung und Wertevermittlung getan – über den reinen Sport hinaus.
