Vor ziemlich genau einer Woche veröffentlichte „France Football“ nach und nach eine Liste mit insgesamt 30 Kandidaten für den Titel „Weltfußballer des Jahres 2021“. Zu unserem Bedauern auch ohne einen einzigen Spieler vom TC Freisenbruch, obwohl es genügend Argumente dafür gäbe. Zum Beispiel hat Christian Brangenberg auf das gesamte Kalenderjahr 2021 bezogen eine deutliche höhere Trefferquote (1,5 Tore pro Spiel) als ein gewisser Erling Haaland (1,01 Tore pro Spiel). Auch die Effizienz vor dem Tor spricht für sich: Brangenberg braucht im Schnitt 52 Minuten für ein Tor, Robert Lewandowski, seines Zeichens Bundesliga-Rekordtorschütze in einer Saison, braucht ungefähr 58 Minuten pro Tor.
Weitere Statistiken wie Laufleistung, Zweikampfquote und Passpräzision werden in der Kreisliga A leider noch nicht erhoben, aber es ist davon auszugehen, dass auch da unsere Spieler auf jeden Fall mit den zum Teil willkürlich ernannten besten Fußballern der Welt mithalten können. Zwar ist ein signifikanter Klassenunterschied zwischen Bundes- und Kreisliga zu beachten. Doch im internationalen Vergleich fällt das sportliche Niveau der höchsten deutschen Spielklasse, auch liebevoll „farmers league“ genannt, anscheinend nicht so sehr auf. Allein die Tatsache, dass nur zwei von 30 Nominierten hierzulande spielen, begründet diese Annahme.
Mit der Nichtnominierung eines unserer Spieler wird die Liste der prominenten „Verlierer“ nun also noch ein bisschen länger. Joshua Kimmich, Angel di Maria und Paul Pogba sind nur drei von in diesem Jahr äußerst erfolgreichen Spielern, die Fans bei der Ehrung Ende November vermissen werden. Andere Vereine wiederum würden sich darüber freuen, wenn ihre Kicker überhaupt zur Debatte stünden. Denn in dem ein oder anderen Vertrag ist die Wahl zum Weltfußballer des Jahres ein wichtiger Bestandteil, der über Millionensummen entscheiden kann. Mesut Özil bei Real Madrid oder der Golden-Boy-Gewinner von 2016, Renato Sanches, bei seinem Wechsel zu Bayern München hatten solche Boni.
Um für größtmögliche Transparenz zu sorgen, können wir Ihnen versichern, dass wir keine solch aberwitzigen Bonuszahlungen in Transfer- oder Vertragsverhandlungen eingearbeitet haben. Stattdessen gratulieren wir lieber den Spielerinnen und Spielern, die für diese Auszeichnung nominiert worden sind. Unsere Weltfußballer der Herzen gibt es wieder an diesem Sonntag im heimischen Busch zu sehen. Anstoß ist um 11 Uhr gegen den Tabellennachbarn aus Haarzopf.
